Aufrufe: 0 Autor: Site-Editor Veröffentlichungszeit: 05.02.2026 Herkunft: Website
**ER70S-6** ist ein **Massivdraht**, der beim **Gas-Metalllichtbogenschweißen (GMAW)**, allgemein bekannt als **MIG-Schweißen**, verwendet wird. Zum Schutz der Schweißpfütze ist ein externes **Schutzgas** (typischerweise Argon/CO2-Mischungen oder 100 % CO2) erforderlich. **E71T-1** hingegen ist ein **Fülldraht**, der für das **Flux-Cored Arc Welding (FCAW)** entwickelt wurde. Es verwendet einen Flussmittelkern, um sein eigenes Schutzgas und seine Schlacke zu erzeugen, obwohl für eine optimale Leistung häufig auch externes Schutzgas (normalerweise 100 % CO2 oder Argon/CO2-Mischungen) erforderlich ist (gasgeschützter Flussmittelkern).
**ER70S-6** sorgt im Allgemeinen für ein saubereres, glatteres **Schweißnahtbild** mit deutlich **weniger Spritzern** im Vergleich zu E71T-1. Da es sich bei E71T-1 um einen Fülldraht handelt, bildet er eine Schlackenschicht, die nach dem Schweißen entfernt werden muss, was zur **Reinigung nach dem Schweißen** beiträgt. Da es sich bei ER70S-6 um einen Massivdraht handelt, entsteht praktisch keine Schlacke, was den Zeit- und Arbeitsaufwand für die Reinigung erheblich reduzieren kann, insbesondere in Produktionsumgebungen mit hohem Volumen. Diese saubere Schweißnaht macht es auch ideal für Anwendungen, die nur minimale Nachbearbeitung erfordern.
Im Allgemeinen erzeugt **ER70S-6** (Massivdraht-MIG) **weniger Schweißrauch** im Vergleich zu **E71T-1** (Fülldraht). Das Flussmittel in E71T-1 verbrennt beim Schweißen und setzt mehr Partikel und Gase frei. Das bedeutet, dass zwar beide Verfahren eine ausreichende Belüftung erfordern, das Schweißen mit ER70S-6 jedoch oft eine günstigere Arbeitsumgebung darstellt und möglicherweise weniger strenge Rauchabsaugsysteme erforderlich macht, was zu einer besseren **Schweißersicherheit** und Luftqualität beiträgt.
**ER70S-6** ist die bevorzugte Wahl für **Automatisierungs-** und **Roboterschweißanwendungen**. Sein gleichmäßiger Drahtvorschub, minimale Spritzer und keine Schlacke machen ihn ideal für unterbrechungsfreie Hochgeschwindigkeitsschweißprozesse. Da keine Schlacke vorhanden ist, sind keine Roboter-Zerkleinerungswerkzeuge erforderlich, wodurch die automatisierte Produktionslinie rationalisiert wird. Während E71T-1 automatisiert werden kann, stellt das Spritzer- und Schlackenmanagement zusätzliche Herausforderungen für Robotersysteme dar, da es möglicherweise die Zykluszeiten verlangsamt und den Wartungsaufwand für **Produktionsschweißen** erhöht.
Für viele **Flussstahl**- und **Kohlenstoffstahl**-Anwendungen bietet **ER70S-6** im Vergleich zu E71T-1 oft eine etwas bessere **Schlagzähigkeit** bei niedrigeren Temperaturen, obwohl beide Drähte im Allgemeinen die gleichen Zugfestigkeitsanforderungen (70.000 psi) erfüllen. ER70S-6 bietet außerdem eine hervorragende **Duktilität** und ist weniger anfällig für bestimmte Arten von Schweißfehlern, wenn das richtige Schutzgas und die richtigen Parameter eingehalten werden. Seine konsistenten Lichtbogen- und Pfützeneigenschaften führen oft zu einer zuverlässigeren und wiederholbaren **Schweißqualität**, insbesondere bei anspruchsvollen **Baustahlverbindungen**.